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Elisabeth Lexers Roman Bakunins Töchter blickt zurück auf die Anfänge „des Dorfes“, einer Kommune im Grenzland, erzählt aus der Sicht der betagten Dora. Es entspinnt sich eine Geschichte von jugendlichem Enthusiasmus, subtiler und offener Frauenfeindlichkeit, von Widerstand, aufkeimender Anarchie und dem Zerbrechen von Träumen, die in Doras Kindheit beginnt und vom „Dorfexperiment“ in den 1970ern bis in die Gegenwart reicht. Doras Blick auf die zusammengewürfelte Gruppe aus Hippies, radikal Linken, Feministinnen und Aussteigern, die angetreten waren, um in den Arbeiterhäusern eines Gutshofs an der Grenze die ideale Gesellschaft vorzuleben, ist ironisch und selbstkritisch.
Prägend ist die Figur des Henry, charismatisch und herrschsüchtig, an dessen Machtgehabe die Gemeinschaft beinahe zerbricht. Nachdem Hilli, eine von Doras engsten Freundinnen, sich nach der Geburt des gemeinsamen Sohnes Albert von ihm distanziert und die Frauen sich geschlossen gegen ihn stellen, verlässt er die Kommune – um Jahre später zurückzukehren und Anspruch auf Albert zu erheben. Im Zorn erschlägt Hilli ihn, die Frauen schweigen über die Tat.
Erst nach Hillis Tod trifft Albert die Dorfbewohnerinnen wieder und kehrt als vermeintlicher Erbe ins Dorf zurück. Seine von Selbstzweifeln geplagte Frau Carla bleibt spontan entschlossen im Haus seiner Mutter und beginnt Fragen nach Henrys Verschwinden zu stellen …